Das Projekt „Gemeinsam sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs“ (kurz: Gesi-BK) wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie „Technologiegestützte Innovationen für Sorgegemeinschaften zur Verbesserung von Lebensqualität und Gesundheit informell Pflegender (PAZ)“ für die Laufzeit 2022 bis 2026 gefördert. Gesi-BK verfolgt das Ziel, An- und Zugehörige sowie erweiterte Sorgenetze von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs durch die Verbindung neuer Unterstützungskonzepte mit digitalen Technologien bedarfsgerecht zu begleiten und zu entlasten.
Im Rahmen einer ersten Projektphase (2022-2023) wurden zahlreiche Befragungen von An- und Zugehörigen durchgeführt und in Bezug auf das spezifische Belastungserleben sowie auf Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten ausgewertet. Weiterhin wurde national und international recherchiert, wie der Stand der technischen Unterstützungsmöglichkeiten ist. Auf dieser Basis wurde ein Konzept zur Unterstützung von An- und Zugehörigen von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs entwickelt (›Strukturmodell zur digitalen Unterstützung An- und Zugehöriger von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs‹), das typische Verlaufsphasen und relevante Problemstellungen über Informations-, Beratungs- und Begleitungsangebote adressiert. Diese Zwischenergebnisse wurden in fachlich einschlägigen Wissenschaftsjournalen publiziert (vgl. Marquard et al. 2026 und 2025 [1])
In der zweiten Förderphase (2023-12.2026) geht es nun darum, das Strukturmodell in eine reale onlinegestützte Plattform zu überführen, die An- und Zugehörigen von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs kostenlos konkrete und verlässliche Information, Beratung und Begleitung anbietet.
Die Plattform gemeinsamsorgen.de ist seit 06.2026 freigeschaltet und kann von allen interessierten Menschen kostenlos genutzt werden.
Die Nutzung der Plattform gemeinsamsorgen.de wird evaluiert. In diesem Zusammenhang interessiert insbesondere, ob und in welcher Weise sich die Plattformnutzung auf die Ausbildung von Gesundheitskompetenzen, auf das Belastungserleben sowie auf die Entwicklung von Unterstützungs- und Sorgenetzwerken bei An- und Zugehörigen von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs auswirkt. Die Teilnahme an der Evaluation ist freiwillig – bei der Datenerhebung und Datenauswertung werden die Vorgaben zum Datenschutz und zur Datensicherheit eingehalten.
Die weiteren Projektarbeiten richten sich darauf aus,
- eine nachhaltige Nutzung der Plattform gemeinsamsorgen.de zu ermöglichen
- zu prüfen, ob das Gesamtkonzept der Projektarbeiten Gesi-BK ggf. auf weitere Kontexte zur Unterstützung von pflegenden An- und Zugehörigen übertragen werden kann.
[1] Marquard, S.; Jalaß, I.; Hülsken-Giesler, M. (2026): Technology-based applications for relatives and caregivers of people with advanced breast cancer – a scoping review. Supportive Care in Cancer 34, 501; https://doi.org/10.1007/s00520-026-10712-z
Marquard, S., Schmeer-Oetjen, R., Skowronski, M., Steffen, Y. & Hülsken-Giesler, M. (2025): Strukturmodell zur digitalen Unterstützung An- und Zugehöriger von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs: Eine empirisch begründete Konzeptentwicklung. Pflege & Gesellschaft, (2), 124–138; https://doi.org/10.3262/PUG2502124
Das Sorgenetzwerk
Ein Sorgenetzwerk ist ein Kreis von Menschen und Institutionen, die zusammenarbeiten, um sich um erkrankte Personen zu kümmern. Dazu gehören zum Beispiel Familienmitglieder, Freund*innen, professionelle Pflegefachpersonen und Ärzt*innen. Jeder hilft mit, damit die Person die beste Unterstützung bekommt und sich wohlfühlt. Man spricht miteinander, teilt Informationen und plant gemeinsam mit der erkrankten Person, was am besten für die Person ist.
Zu einem Sorgenetzwerk können auch weitere Personen und Institutionen gehören, wie z. B. Selbsthilfegruppen, die Unterstützung und Austausch bieten. Außerdem gibt es spezialisierte Dienste wie die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV), die bei schweren Krankheiten zusätzliche medizinische, pflegerische und soziale Betreuung bietet. Auch Sozialarbeiter*innen, Therapeut*innen und ehrenamtliche Helfer*innen können Teil des Sorgenetzwerks sein und wertvolle Unterstützung leisten.
Das Gesi-BK-Konzept nimmt zur Entlastung der An- und Zugehörigen das ganze Sorgenetzwerk einer erkrankten Person in den Blick.

